Germany

Zum Lernen nach Bangkok

Studierende nennen ihre Gründe

Von Birte Bolte-Chuychunu, Lecturer in Bangok

 

 

 

Bangkok. Der Druck auf Studierende wächst. Die attraktiven Arbeitsplätze werden gerade in Krisenzeiten abgebaut. Die Anforderungen an junge Menschen steigen. Mindestens ein Auslandssemester wird häufig von Arbeitgebern erwartet, doch die Finanzierung ist oft schwierig. Diese Umstände lassen Thailand als Studienort immer attraktiver werden.

 

Daniel Gore

 

Der US-Amerikaner Daniel Gore studiert Mass Communication am Institute of International Studies of Ramkhamhaeng University (IIS) in Bangkok. „Die Lebenshaltungskosten sind sehr viel niedriger als in meiner Heimat“, sagt der 27-Jährige. In den USA müsste er arbeiten, um das Studium zu finanzieren. Angesichts der derzeitigen Jobknappheit wäre das ein Problem.

Nach Thailand ist er zufällig gekommen. „Ich bin durch Europa und Afrika gereist. In Südafrika habe ich dann nach dem günstigsten Fernflug geguckt, und das war ein Ticket nach Bangkok.“

 

Malimilian und Hannah

 

Maximilian Würz aus Freiburg hat Thailand dagegen bewusst als Studienort ausgewählt – wenn auch nicht so sofort. „Ich hatte mich auch an deutschen Universitäten beworben und Zusagen erhalten, doch ich wollte in eine große Stadt. Eines Nachts kam mir die Idee mit Bangkok“, sagt der 21-Jährige. Das Land kannte er bereits von einer Urlaubsreise. Bevor er sich für den Studiengang Bachelor of Business Administration am IIS entschieden hat, flog er vorab einmal in die thailändische Hauptstadt, um die Universität kennen zu lernen. Neueste Technik in den Räumen und überschaubare Kursgrößen mit 30 bis 50 Studenten haben ihm zugesagt. Die Anerkennung des Studiums in Deutschland spielte ebenso eine wichtige Rolle. Auch wenn er anfangs nicht wusste, ob er wirklich am IIS graduieren möchte, fiel diese Entscheidung schnell. „Hier kann ich schon in zweieinhalb Jahren fertig werden.“

 

 

Das Besondere für ihn ist die multikulturelle Umgebung. „Man lernt Menschen aus fast jedem Land kennen.“ Doch das Leben in Bangkok erfordert auch die Bereitschaft, sich selbst zu ändern: „Man muss in bestimmten Punkten von der deutschen Mentalität wegkommen“, sagt er. So sollte man beispielsweise nicht immer nur nach dem Warum fragen.

Auch Hannah Kreeb hatte bereits auf einer Reise Einblicke in die thailändische Kultur gewonnen, bevor sie zusammen mit ihrem Freund für ein Semester nach Bangkok kam. Die 22-jährige Freiburgerin hat den Aufenthalt genutzt, um ihre Thai-Kenntnisse zu intensivieren. „Die interkulturellen Beziehungen stehen für mich im Vordergrund“, sagt sie. Außerdem reisen ihr Freund und sie gerne. „Thailand liegt günstig. Von hier kann man zum Beispiel schnell nach Vietnam, Laos, Kambodscha.“

(Quelle: Siam heute, Ausgabe 2/2009, April-Juni 2009. Bilder: Bolte. Ein herzliches Danke für die Genehmigung zur Veröffentlichung!)

 

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